Als 1963 die katholische Kirche das Kremationsverbot aufhob, stieg auch in Vorarlberg die Anzahl der Feuerbestattungen an. Die meisten Kremationen wurden in St. Gallen durchgeführt, einige wenige Verstorbene wurden in Lindau kremiert.

Bis 1982 verzeichnete das Krematorium St. Gallen weniger als 200 Kremationen pro Jahr aus Vorarlberg, in den folgenden Jahren stieg diese Zahl allerdings auf über 600 an. Aufgrund dieser Entwicklung forderte der St. Galler Feuerbestattungsverein die Vorarlberger Behörden 1990 erstmals dazu auf, eine eigene Feuerbestattungsmöglichkeit zu errichten.








Es gab verschiedene Versuche, einen Standort zu finden. Im Februar 1994 wurde der Stadt Hohenems erstmals Pläne für die Errichtung eines Krematoriums vorgelegt. An der daraufhin gegründeten Ethik & Umwelt Krematoriumsgesellschaft ist auch der Vorarlberger Gemeindeverband beteiligt, der sich so ein Mitspracherecht sichert.

Volksabstimmung
Der Plan, an der Riedstraße in Hohenems ein Krematorium zu errichten, stieß bei manchen Anrainern auf heftigen Widerstand. Im März 1997 gab es bei der Bauverhandlung heftige Proteste, schließlich sammelten Kritiker 1.954 Unterschriften für die Abhaltung einer Volksabstimmung. Am 13. Juli 1997 stimmten über 61 % der Wahlberechtigten in Hohenems dem Krematorium zu.

Erst als die insgesamt 38 Berufungen gegen den Baubescheid in mehreren Instanzen abgehandelt waren, konnte im Oktober 1997 der Bau beginnen. Rund ein Drittel der Baukosten von 24 Millionen Schilling (1,74 Mio. Euro) wurden in Filtertechnik investiert. Allerdings kam es in Folge wegen Verfahrensmängeln immer wieder zu teuren Verzögerungen.








Schließlich konnte das Krematorium Hohenems aber am 16. Dezember 1998 den Probebetrieb aufnehmen. Im ersten Monat wurden über 60 Kremationen durchgeführt. Regelmäßig von unabhängigen Prüfern vorgenommene Kontrollen bestätigen, daß die Befürchtungen der Kritiker grundlos waren: Sämtliche Grenzwerte der Abluft beim Krematorium Hohenems werden erheblich unterschritten.

Im ersten Betriebsjahr des neuen Vorarlberger Krematoriums in Hohenems stieg die Anzahl der Feuerbestattungen in Vorarlberg auf 933 an. Bei durchschnittlich 2.480 jährlichen Sterbefällen im Land Vorarlberg erhöhte sich somit der Anteil an Kremationen innerhalb eines Jahres von 26 Prozent auf über 37 Prozent. Seither ist ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

Im Jahre 2002 überstieg die Zahl der Feuerbestattungen in Vorarlberg erstmals jene der Erdbestattungen.

Auch im Jahr 2008 konnte im Ethik & Umwelt Krematorium eine leichte Steigerung der Einäscherungen registriert werden. Derzeit beträgt der Feuerbestattungsanteil in Vorarlberg rund 70 Prozent.